Kletterzentrum und Boulderzentrum München Test

Kletterzentrum und Boulderzentrum München-Thalkirchen

Nachfolgend der Testbericht zum Kletterzentrum und Boulderzentrum München.

Impressionen aus der Halle


Kletter- und Boulderzentrum München-Thalkirchen / Thalkirchner Str. 207 / 81371 München

  • Boulderfläche (drinnen): 740 qm
  • Boulderfläche (draußen): 450 qm
  • Wandhöhe: bis 3,5m
  • Trainingsmöglichkeiten: Klimmzugstangen, Dipstange, 2 x Campusboard (alte+neue Halle), Beastmaker 1000 & 2000 Series Trainingsboard, Schlingentrainer, Rollybar, Steckbrett, beliebte 45 Grad Trainingswand zum selbst definieren im zweiten Stock der alten Halle, 30m outdoor Quergangswand (teilweise regengeschützt)

Montag bis Freitag: 7 Uhr bis 23 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertag: 8 Uhr bis 23 Uhr
Eintrittsart Eintrittspreis
Nutzer mit Mitgliedschaft in einer Verbundsmitgliedssektion mit Verbund-Jahresmarke
Erwachsene 4€
Kinder, Jugendliche (unter 18 Jahre) 3€
Fachübungs- und Jugendleiter, Bergführer, Mitglieder der Bergwacht 3€
Nutzer mit Mitgliedschaft in einer Alpenvereinssektion im Verbund
Erwachsene 8,50€
Kinder, Jugendliche (unter 18 Jahre) 7€
Fachübungs- und Jugendleiter, Bergführer, Mitglieder der Bergwacht 7€
Nutzer mit Mitgliedschaft in einer sonstigen Alpenvereinssektion
Erwachsene 9€
Kinder, Jugendliche (unter 18 Jahre) 7,50€
Fachübungs- und Jugendleiter, Bergführer, Mitglieder der Bergwacht 9€
Nutzer ohne Mitgliedschaft im Alpenverein
Erwachsene 10€
Kinder, Jugendliche (unter 18 Jahre) 8,50€
Fachübungs- und Jugendleiter, Bergführer, Mitglieder der Bergwacht 10€
Verbund-Jahresmarke einmalig
Erwachsene 130€
Kinder, Jugendliche (unter 18 Jahre) 65€
Fachübungs- und Jugendleiter einer Alpenvereinssektion im Verbund, Bergführer, Mitglieder der Bergwacht 65€
Stand: 11.07.2016

DAV Kletter- und Boulderzentrum München-Süd Thalkirchner Straße 207 81371 München

Kletterhalle Büro Telefon: 089 1894163 – 0
Kletterhalle Büro Fax: 089 1894163 – 29
Kletterhalle Bistro Telefon: 089 1894163 – 11

[email protected] http://www.kbthalkirchen.de

Eintrittspreise

Meiner Meinung nach sind die Eintrittspreise absolut gerechtfertig. Für einen jedoch auch am oberen Limit. Hier wird aber ganz klar derjenige belohnt, der im Alpenverein Mitglied ist, besonders in einer der 22 Münchner Alpenvereinssektionen. Denn dann gibt es die Jahresmarke für 130€ und dann pro Eintritt nochmals 4€ (für Trainer und Übungsleiter nochmals günstiger). Meiner Meinung nach absolut gerechtfertigte Preise. Der neue Indoor-Boulderbereich ist recht klein geraten, dafür gibt es meist sehr gelungene Boulder. Dazu kommt der große Outdoor-Quergangsbereich sowie die “alte” Boulderhalle im zweiten Stock mit der 45-Grad-Wand, die den Ruf hat, die beste Trainingswand in München zu sein. Zumindest trifft man hier auf die motivierten Felskletterer.

Attraktivität

Insgesamt bietet das Kletterzentrum und Boulderzentrum München eine breite Auswahl, vielleicht sogar die breiteste Auswahl in Deutschland an Bouldermöglichkeiten in einer künstlichen Kletteranlage / Boulderanlage. Allerdings fällt der markierte Boulderbereich, für die größe der Halle, sehr sehr klein aus. Ganz klar wurde hier der Schwerpunkt auf das Routenklettern gelegt und in der angrenzenden Halle in der Halle eine künstliche Strukturwand geschaffen – Ist zwar ganz nett zu klettern – trainingstechnisch und zukunftsweisend aber überhaupt nicht. Statt dem “Tower” hätte man lieber die Fläche als Boulderfläche planen und bauen sollen. Insgesamt halte ich mich aber sehr gerne in der Halle auf. Abends im Sommer draußen an den Quergängen an lauen Sommerabenden oder oben in der “45er” oder auch mal ein, zwei Sessions im markierten Parcour.

Sicherheit

Als DAV-Halle versucht das Kletterzentrum und Boulderzentrum München allen geforderten Regeln und Maßstäben gerecht zu werden. Früher galt die Halle unter uns DAV-Trainern als “Flagschiff”, gerade auch mit der Nähe zum Dachverband in der Von-Kahr-Straße in München und der Historie gab und gibt es hier immer wegweisende Ausbildungen, Fortbildungen und Kurse von und für Übungsleitern und Trainern.
Jahr für Jahr wurden die Sicherheitsvorkehrungen verbessert (vor allem die Matten bei den unteren Quergängen sowie der Bau eines Kinderboulderraums möchte ich nennen). Da die Halle auch einen sehr großen Kletterbereich zur Verfügung stellt wurde hier am meisten in Sachen Sicherheit gearbeitet (z.B. überall Hinweise auf Partnercheck, DAV-Regeln, gedämpfter Hallenboden etc.)

Service

Da das Kletterzentrum und Boulderzentrum München ja einer der größten DAV-Hallen in Deutschland ist und zudem auch noch in München angesiedelt ist, bietet sie dementsprechend auch jede Menge Kletter- und Boulderkurse an. Und zwar hauptsächlich über die beiden Partnersektionen “München” und “Oberland” des DAV. Da ich bei der Sektion Oberland selbst Mitglied und ausgebildeter Trainer B Wettkampfklettern bin, kann ich die Sektion nur wärmstens empfehlen 🙂 Hier geht’s zur Sektionsseite des “DAV PLUS”

Daneben gibt es noch das hauseigene Restaurant “Bella Vista” mit einem wöchentlich wechselnden Tagesgericht ab 12 Uhr mittags sowie Donnerstags eine Aktionspizza. Absolut empfehlenswert, gerade bei wärmeren Temperaturen auf der Dachterasse oder auf dem Balkon mit Blick zur Kletterwand! Gerade abends, wenn es wirklich sehr voll in der Halle werden kann, gibt es auch einen sog. “Schnellspur”-Eintritt. Hier kann man zuvor Geld auf die Eintrittskarte laden und damit an zwei PC’s mit Scannern einchecken – vorbildlich! Ich nutze das fast immer. Sonst kommt es doch ab und an mal vor, dass man ein wenig warten muss.

Trainingsmöglichkeiten

Im Prinzip ist fast alles vorhanden. Nochmals zusammengefasst (s. Quickcheck): Klimmzugstangen, Dipstange, 2 x Campusboard (alte+neue Halle), Beastmaker 1000 & 2000 Series Trainingsboard, Schlingentrainer, Rollybar, Steckbrett, beliebte 45 Grad Trainingswand zum selbst definieren im zweiten Stock der alten Halle, 30m outdoor Quergangswand (teilweise regengeschützt). Leider wurde vor mehr als einem Jahr die Systemwand im zweiten Stock entfernt. Insgesamt hat das Kletterzentrum und Boulderzentrum München den besten Trainingsspirit in der ganzen Stadt für mich, vielleicht auch deshalb, weil ich hier selbst seit 2004 trainiere und schon viele Trainingssessions alleine und mit Freunden absolviert habe. Zur Perfektion fehlt meiner Meinung nach ein Moonboard, Systemwand, Sprossenwand und Slopertrails.

Belüftung / Temperatur

Man muss wissen, ich bin äußerst hitzeempfindlich, da ich ja ein mesomorpher Körpertyp und nicht wirklich eine Brechbohne. Vielleicht spielt das Körpergewicht gar keine so “gewichtige” Rolle, sondern ich schwitze eben einfach schneller. Ohne Liquidchalk geht bei mir nichts. Vor ein paar Jahren wurde endlich eine (Be-)Lüftung installiert. In der alten Halle oben, zum Glück gibt es viele Fenster, ist es auch im Sommer gerade so noch auszuhalten, wenn alle Fenster und die Eingangstür (+Fenster im Treppenhaus) geöffnet sind. Im unteren Boulderraum in der neuen Halle wird es schon spannender. Hier gibt es ebenfalls eine Belüftung, sowie eine große Tür nach draußen. Steht diese und die Seitentüre zur Nebenhalle auf, zieht es auch ein klein wenig durch. Gerade gestern habe ich bei einer Tageshöchstemperatur von 31 Grad am Abend ab 19-23 Uhr trainiert.

Durch die angrenzende Sportanlage und Isar wird es aber schon etwas dampfig, sprich die Luftfeuchtigkeit steigt an, man kann aber immer noch akzeptabel trainieren (wohlgemerkt mit Lüftung!). Draußen an den 15/30m Quergängen gilt selbiges.

Boulderqualität

Da es im Prinzip nur in der neuen Halle des Kletterzentrum und Boulderzentrum München einen Boulderparcour gibt, beziehe ich mich nur darauf.
Man merkt, dass die meisten Schrauber auch am Fels unterwegs sind bzw. waren. Leider sind die Boulder aber öfters inhomogen und können von der Qualität stärker variieren. Insgesamt wird in der Halle weniger auf (artistischen) Bewegungen geschraubt, sondern eher auf Power. Das ist nur eine Tendenz, natürlich gibt es auch klasse Hookboulder oder “Run & Jumps”, aber insgesamt unterscheiden sich die Boulder doch wesentlich als zum Beispiel die Bouldern in den Boulderwelten. Schade, dass die Boulderfläche so klein ist, ich mag sie. Zum Glück hat der DAV auf den “Trend” reagiert und mit der DAV Halle in Freimann eine der besten Boulderhallen im Süddeutschen Raum geschaffen. Hier findet man eine gute Mischung zwischen Power und Bewegung.

Aber zurück zur Halle in Thalkirchen – insgesamt “gut”. Die 45er im zweiten Stock würde ich als sehr gut bezeichnen – man muss aber schon den oberen achten Grad drauf haben, um hier Spaß haben zu können und Lust haben Boulder zu definieren

Umschraubrhythmus

Neue Halle: Sehr gut – selten abgeschlonzte Griffe
Alte Halle: Ausreichend (ich tendiere zu mangelhaft) – leider nicht mehr so gepflegt wie früher. 45er jetzt schon ein halbes Jahr nicht mehr umgeschraubt (11.07.2016), die rechte gestufte Wand und Dach ebenfalls. Wenn ich mich aufwärme und den Quergang klettere, rutsche ich von jedem Griff fast runter. Da macht das Bouldern leider überhaupt keinen Spaß mehr. Schade, hier sollte man mal wieder zurück zum alten Standard, auch wenn die Halle oben nicht mehr so wahrgenommen wird wie früher. Ganz nachvollziehen kann ich das leider nicht, lassen sich doch auch einfachere und mittelschwere Boulder dort definieren. Mit entsprechender Bewerbung unten oder an der Kasse… Man darf gespannt sein.

 

8.3 Testergebnis
Die traditionsreichste Kletter- und Boulderhalle in Deutschland

Bei der Halle sieht man die Geschichte des Kletterns und Boulderns in Deutschland. Von der alten Freianlage mit Routen und Boulderquergängen zur "alten" Halle und schließlich zur neue Kletter- und Boulderanlage mit wirklichem oldschool-Trainingsspirit! Wer wirklich hart trainieren will ist hier richtig (45er). Wer mehrmals pro Woche viele Boulder "konsumieren" möchte, also einen sehr großen Boulderparcours erwartet, ist hier leider nicht 100% richtig. Dann lieber nach Freimann oder in die Boulderwelt.

Eintrittspreise
8.5
Attraktivität
8.5
Sicherheit
9.5
Service
9
Trainingsmöglichkeiten
9
Belüftung / Temperatur
8
Boulderqualität
8
Umschraubrhythmus
6
PROS
  • Eintrittspreise
  • Vielfalt
  • Lange Boulderquergänge
  • 45er Trainingswand mit Spax
  • Restaurant Bella Vista
  • Jahresmarke in vier Hallen gültig
CONS
  • kleiner Boulderparcours
  • Pflege alter Boulderraum
  • Umschraubrhythmus
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